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Haus Brotstraße Nr. 21-22:
früher Manufakturgeschäft Ermann
und Modehaus Scheuer,
heute Büro- und Geschäftshaus
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Wir verlassen den Hauptmarkt und gehen in die Brotstraße. Hier befanden sich dreizehn Geschäfte jüdischer InhaberInnen, die - wie alle anderen jüdischen Geschäfte - am 1. April 1933 boykottiert wurden. Erstmals wurden prominente Juden in "Schutzhaft" genommen. Im "Escher Tageblatt" war an diesem Tag zu lesen:
"Die Brotstraße ,ist voll von Menschen, Gaffer, die sich den Rummel ansehen wollen'. Vor den geschlossen jüdischen Geschäften stehen die Jünglinge mit den Armbinden und lassen sich als die neuen Herren bestaunen . . . Und das Volk? Das Volk hat es mit der Angst. Man konnte in wenigen Gesichtern einen Funken von Jubel sehen, dass den Juden so übel mitgespielt wurde. Man hatte das Gefühl, dass alle diese Menschen sich ducken, sich unauffällig machen wollen..."
(zitiert nach Reinhard Bollmus, Trier und der Nationalsozialismus 1925-1945, in: Kurt Düwell und Franz Irsigler (Hg.), Trier in der Neuzeit (= Reihe: 2000 Jahre Trier), Bd.3, Trier 1988, S.529.
Fünf Jahre später zerstörten SA-Männer in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, der sogenannten "Reichskristallnacht", in Trier wie im übrigen Reich Geschäfte und Wohnräume jüdischer Mitbürger. Über die Verwüstungen in Trier berichtet der Augenzeuge Wilhelm Demuth.
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