Willi Torgau (1911-1999)

Torgau Sein Einsatz für Arbeiterinteressen und politische Verfolgung ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben des überzeugten Kommunisten. Verhaftung (und Verhöre in der Trierer Gestapo-Zentrale), KZ-Haft in Esterwegen, Entlassung, Widerstand, Einzelhaft im Zuchthaus, Zwangsarbeit.
Nach dem Krieg wird er öffentlicher Ankläger der Entnazifizierungskammer in Trier, bis er das Amt niederlegt, weil "nur gegen die kleinen Nazis verhandelt wurde". Er wird Vorsitzender der Trierer Ortsgruppe der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und Mitglied im Stadtrat von 1948 bis zum Verbot der Partei 1956. Seine Haftentschädigung wird ihm als praktizierenden Kommunisten gestrichen. 1968 gehört Torgau zu den Gründern der Trierer Ortsgruppe der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Ihr bleibt er auch nach dem Zusammenbruch des "real existierenden Sozialismus" treu. Er widmet sich dem Kampf gegen alten und neuen Faschismus, lädt ein zu alternativen Stadtführungen und wird Mitbegründer des Fördervereins für eine Dokumentationsstätte im ehemaligen KZ Hinzert. Torgau - so schreibt der "Trierische Volksfreund" bei seinem Tod - "war für die antifaschistische Szene in Trier ein Kristallisationspunkt jenseits weltanschaulicher Einstellungen." (TV vom 19.04.1999). Über die Umtriebe von Neonazis befragt, zeigte er sich optimistisch: "Ich glaube daran, dass sich die menschliche Gesellschaft zum Guten entwickelt - allerdings nicht von selbst."




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