Werner Schuler aus Trier-Süd berichtet:

"Ich war schon früh Mitglied der 'Katholischen Jugend‘ und erlebte die flammenden Reden, die Überredungskünste und Drohungen, der Hitlerjugend (HJ) beizutreten. Bald waren in unserer Klasse nur noch drei 'Abtrünnige‘: Peter Meyer, Klaus Steinbach und ich. Unser Lehrer hatte es immer noch nicht geschafft, uns zu überzeugen. Da nichts fruchtete, ging unser Lehrer zu anderen Methoden über, er änderte seine 'Überredungskünste‘: Morgen für Morgen folgte nun die gleiche Frage: 'Schuler, bist du jetzt Mitglied des Jungvolks (10-14jährige in der HJ)?‘ 'Nein, Herr G.!‘ 'Über die Bank!‘ Jeder wusste, was das bedeutete: Prügel mit dem Rohrstock. Meinen beiden Klassenkameraden ging es ebenso – und das wochenlang! Schließlich wurden meinem Vater, einem Postbeamten, Repressalien angekündigt, falls seine Söhne sich nicht umgehend der HJ anschlössen. So kam die Familie überein, dass ich meine Mitgliedschaft in der 'Katholischen Jugend‘ aufgeben sollte, und ich trat 'freiwillig‘ der Hitlerjugend bei."


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