"Romika-Zwangsarbeiter entschädigen!":
Bericht eines luxemburgischen Zwangsarbeiters aus dem KZ Hinzert:
Erinnerungen von Metty Barbel, in: "Student in Hinzert und Natzweiler. 2915 alias 2188 erinnert sich", Luxembourg 1992, S.91-92:
"Dichtungen für Tellerminen. Die Gummifabrik, in der Nähe von Trier, hatte die Produktion auch auf Kriegsrüstung umgestellt. Unsere Arbeitskolonne fährt jeden Morgen von Reinsfeld aus zur Fabrik. "Kommando Romika-Pluwig-Gusterath" hieß es im Lager. Gegen acht Uhr lösen wir die Nachtschicht ab, meist serbische Kriegsgefangene, an den Dampfdruckpressen in der großen Werkshalle ab. Es ist eine aufreibende Hetzarbeit in der von Gummigeruch, Dämpfen und Abgasen stinkigen, warmen Halle. Doch was tut's, wir sind wenigstens vor Nässe und Kälte geschützt. Jeder muss zwei Druckpressen abwechselnd bedienen. ... Kaum ist die Presse wieder in Gang gesetzt, rasselt schon die Schelle der anderen zu meiner linken.
Herausziehen, Formenfüllen, einschieben. So geht es fast ohne Unterbrechung bis abends um fünf. Der Kommandoführer, ein SS-Oberscharführer (Oehler), schnüffelt hin und wieder in den großen Kasten mit den Dichtungen.
Stöbert er mal eine angebrannte Dichtung auf, schielt er uns scharf über sein "vergoldetes" Brillengestell an und warnt mit näselnder Sachsenstimme: "Uffgepaßt Kerle, keene Sabotage, sonst kracht's!" Anfangs kommt keiner mit der Arbeit flink genug zurecht. Wir sengen nicht nur manche Gummidichtung, sondern was schlimmer ist, unsere Fingerspitzen. Das Schlimmste ist das ständige Einatmen der Gummigase. Keiner hält es lange auf diesem Kommando aus. Mit Husten, Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen landen die meisten im Revier. Nach fast zwei Wochen liege auch ich mit einer fiebrigen Bronchitis auf dem Krankenbett im Revier. Nach drei Tagen werde ich dem Stubendienst auf Baracke 4 zugeteilt. Ich bin schwach, meine jungen Kräfte sind fast aufgezehrt. Zum Glück lande ich später beim "Kommando Mariahütte". Hier sind die Aufräumungsarbeiten nicht zu schwer, und dort beschäftigte französische Kriegsgefangene überlassen uns jeden Mittag ihre Suppe und ihr Brot. Vier bis fünf Teller löffelt ein jeder von uns mühelos aus."
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