Albert Müller (1896-1945)

Mueller Er ist der vielleicht mächtigste Mann in Trier während der Nazi-Zeit. Seit dem 1. Mai 1933 ist Müller Kreisleiter der NSDAP der Stadt Trier und bekleidet damit "einen der entscheidenden Machtpositionen der Diktatur" auf lokaler Ebene. Er bleibt in dieser Position bis kurz vor Kriegsende.
Müller wird 1896 in Arzheim bei Koblenz geboren und arbeitet zunächst als Kaufmann. 1925 tritt er in die Nazi-Partei ein und macht dort Karriere. Zeitgenossen schildern ihn als "sturen Feldwebeltyp" und als "regelrecht verrufen". Bereits für die Jahreswende 1933/34 ist überliefert, dass er Trierer Bürgern mit dem KZ droht. Im Herbst 1934 versucht Müller, einen Betrugsfall der Trierer NSDAP zu vertuschen, den sein Parteigenosse Paul Wipper aufgedeckt hatte. Gegenüber jüdischen Bürgern bemüht sich Müller noch 1942, diesen ihr Leben in der Phase bevorstehender Deportationen zu erschweren: sie dürfen u.a. die Straßenbahn nicht mehr benutzen und nur noch zu ungünstigen Zeiten einkaufen.
Am 1. März 1945 - unmittelbar bevor Trier durch die US-Truppen eingenommen wird -, setzt sich Müller ab. Er soll in sowjetische Gefangenschaft geraten und dort gestorben sein.
(nach: Bollmus, Albert Müller, in: Heinz Monz (Hrsg.), Trierer Biographisches Lexikon, Trier, 2000, S. 309f.)


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